Ein Mexikotrip bietet für Wildwasserfans, die die Vertikale lieben das höchste der Gefühle. Lukas Strobl, Robert Machacek und Matthias Zeiner haben dies voll ausgekostet und schrauben die Höhenmeter noch nach oben. Nach dem 40 Kilometer langen Abschnitt auf dem Bobos begann es zu regnen. Was die einen im Urlaub ärgert, wird schnell zur Freude der Kanuten. Denn Wasser bedeutet steigende Pegelstände.
So reifte in Lukas Strobl, Robert Machacek und Matthias Zeiner und ihrem Amerikanischen und Englischen Freunden schnell der Gedanke, dem 18 Meter hohen Salto Truchas Fall zu besuchen, welcher sich mitten in der größtenteil unfahrbaren Alsesca Schlucht befindet.
Um in dieser Schlucht den Truchas zu befahren, bedarf es einen ziemlich großen Aufwand. Was heißt: Eben mal schnell mit dem Auto zum Parkplatz, Boote abladen, Fall stürzen und wieder zurückfahren – Das funktioniert hier nicht.
Am Parkplatz wurde erst mal das 60 Meter Seil samt Kletterausrüstung ausgepackt, um das Gepäck samt Kajaks durch den Dschungel zu transportieren. Bis der Rand der Klamm erreicht war, verging die erste dreiviertel Stunde mit Bootszerren durch wildwucherndes Gestrüpp.
Dort, am Klammrand kam das Seil zum Einsatz, denn die Boote mussten neben einem unfahrbaren Wasserfall 30 Meter in die Tiefe hinabgelassen werden.
Im Sprühnebel des unfahrbaren Wasserfalls booteten die drei ein. Von dort ging es per Seilfähre zunächst an das gegenüberliegende Ufer, galt es doch eine Hardcore-Rutsche mit Monsterrücklauf links zu umtragen.
Nach dieser Aktion standen sie dann auf der Kante des Wasserfalls und der Blick nach unten versprach wenig gutes. Wegen des niedrigen Wasserstandes sah der Einschlag in's Unterwasser sehr, sehr hart aus. Zudem bestand der Absprung per Boof aus zwei möglichen Szenarien: Entweder es wird ein Sprung in's Grüne oder eine Landung auf dem Kopf.
Für Adrenalin war für die 18 Meter hohe Vertikale also reichlich gesorgt.
Und prompt erwischte es Will. Er stürtzte mit zu viel Rücklage, was zur Folge hatte, dass er beim Einschlag aus dem Kajak gerissen wurde, so dass sein Nomad ohne Paddler rund 1,5 Meter aus dem Wasser schoss. Sogar sein Paddelschuh war noch in der Prallplatte eingekeilt.
Dann war wieder alpine Aktion angesagt. Das raustragen aus der steilen Schlucht dauerte wieder gute eine halbe Stunde. Und zum Entsetzen des Teams übten gerade ein paar Jugendliche im Wald Zielschießen mit Pistolen...
Nach einem weiteren sonnigen WW-Spaßtag auf der Big Banana Section borgten sich Lukas, Robert und Matthias Spielboote für die Raftingstrecke am Filiobobos aus. Mit Rafts zu paddeln, bietet zudem den Vorteil, dass für den Rücktransport an Land immer bestens gesorgt ist.
Nach weiterem Regen schlug Seth vor, den oberen Jalacingo in's Auge zu fassen. Schon zwei Wochen war er mit Kajakern des Jackson ProTeam dort.
Am Einstieg begrüßte ein kleines braunes Rinnsal die Paddler. Nach den ersten paar kleineren Stellen folgte schon die erste aufwändige Umtragestellen. Cirka eine drei viertelte Sunde buckeln sie ihre Boote durch Farne und Grünzeug. Zur Belohnung gab es darauf einen Kilometer der durchgehenden mit Rutschen bestückt war. Als Höhepunkt gab es einen acht Meter Fall. Mit der Anweisung rechts zu bleiben, weil links eine ungemütliche Unterspülung lauert, wurde dieser ohne anzuschauen abgehackt.
Robert Machacek und Seth gönnten sich einige Extrazeit in dieser Rut- schenkombination. Robert verweilte satte 1:16 Minuten in einem rotierenden Rücklauf. Seth schaffte es aus unerklärlichen Grün- den, schon früher herauszukommen und befreite Robert mittels Wurfsack aus seiner misslichen Situation.
Leider verschwindet der Jalacingo nur wenig später in einer riesigen Unterspühlung. Absolut unfahrbar! Umtragen Pflicht!
Nach dem Siphon folgt der mittlerweile schon sehr bekannte „Bukaki-Rapid". Eine fette Rutsche mit riesigen Prallpolstern und einer knapp sechs Meter hohen Abschlussstufe.
Nach diesem Rapid gilt es weiterhin wachsam zu bleiben. Es folgen noch einige weitere Stellen. Am Ausstieg war das Team zuerst sehr motiviert den unteren Abschnitt für den nächsten Tag zu planen, allerdings sollte dieser richtig große Wasserfälle und Zwangspassagen bereithalten. Da sie aber keine Ahnung hatten, ob dort auch einige unfahrbare Stellen lauern, wurde der Plan wieder abgesagt.
Am nächsten Morgen begannen Will, Luki und Robert ihre Boote zum Einsteig des oberen Alseseca zu schleppen. Die anderen wollen erst beim Beginn der Roadside Strecke mit dazu kommen. Knapp einen Kilometer ging gemütlich dahin, bis sich der Alseseca langsam in eine Schlucht gräbt. Eine unsaubere Schlitzstufe später stehen sie schon an der ersten Kernstelle, dem sogenannten „Vaselin-drop" oder „Pooper". Eine extrem steile, kaum Bootsbreite Rutsche mit anschließendem Kicker und sechs Meter freiem Fall.
Will stürzt sich als erster hinunter und landet recht flach im grünen Pool. Robert lande kopfüber. Beim Einschlag brach er sich das Paddel am Helm ab und die GoPro-Halterung war ebenfalls Schrott. Lukas erging es schon etwas besser. Seine Fallinien war zwar ebenfalls suboptimal, aber er hatte sein Paddel neben dem Boot platziert und nicht vor dem Gesicht wie Robert.
Und – oh Schande – Matthis Reserve- paddel war an diesem Tag nicht dabei. So begann für Robert ein unge- wollter 1,5stündiger Wandertrip aus der Schlucht heraus, hinauf zur Straße.
Text: Robert Machacek
Fotos: Matthias Zeiner, Luki Strobl, Will Hartman, Todd Richey, Seth Ashworth, Robert Machacek
Teil 1: Mexiko: Ein Wintermärchen mit Schlaraffenlandpaddlergarantie
Mehr über den Mexiko-Tripp auf der Seite der vboyz.at
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