Lukas Strobl, Robert Machacek und Matthias Zeiner haben das Wildwasser im Blut. Im Sommer bieten die Alpen genügend Auswahl für ihre Leidenschaft. Aber im Winter? Warum nicht in's Wasserfallparadies Mexiko reisen? Aus dem Plan wurde Realität und nun berichten sie über famose Flüsse und Fälle.
Anfang Dezember war es endlich soweit. In Wien hob der Flieger mit Ziel Veracruz in Mexiko ab. Nun folgte erst einmal das übliche Prozedere: Das Organisieren eines Quartiers und eines Mietwagens. Ein nobles Pick-up wurde für die nächsten Wochen ihr ständiger Begleiter auf den unbefestigten Pisten in Südamerika.
In Tlapacoyan er- reichten sie ihr Camp und gleich am ersten Tag sollte noch ein gemütlicher Abschnitt gepaddelt werden. Zusammen mit den Briten und Amerikanern Seth, Todd und Will, die sie zufällig im Camp antrafen, ging es auf den Rio Alseseca. Einem Fluss, der mehr als das geplante WW III bis IV-Einstiegsprogramm bieten sollte.
Der erste Run hatte es auch schon in sich. Zwei gebrochene Paddel, ein Schwumm und mehrere blaue Flecken waren das Ergebnis. Der Rio Alseseca bietet Wildwasser IV bis V, so ähnlich wie der Untertalbach, aber alles war auf Sicht zu paddeln. Aufmunternde Worte ihrer Mitpaddler waren durchaus „aufbauend": „es ist egal wo du fährst, wird dich vermutlich irgendwie runterprügeln, aber es spült dann raus" .
Am nächsten Tag stand die Seven Sisters Strecke auf dem Programm. Alleinig den Einstieg zu erreichen, war schon ein Abenteuer für sich. Zuerst muss rund 50 Meter abgeseilt werden und dann standen sie vor einem Monsterfall, der jegliche Befahrungsgedanken schwinden ließ. Nach den Fall verschwindet die Seven Sisters Strecke in einer riesigen Schlucht mit einigen Wasserfällen der Marke „Zwangspassage".
Der nächster Stop war die Big Banana Section auf dem Alseseca. Nach einem 40minütigen Anfahrt auf unbefestigter Piste, stand die Crew vor ein paar Häusern, aber weit und breit war kein Bach zu sehen. Nur ein kleiner Pfad verschwand im Dschungel. Hier ging es erst mal 30 Minuten hinunter zu einem Bächlein mit eineinhalb Kubik. Seth begann sich durch die Steine zu schieben und meinte, dass sie jetzt eine halbe Stunde auf diesem Rinnsal verbringen werden.
An einer Linkskurve ging es runter von dem Bächlein und nochmals 15 Minuten durch den Dschungel. Dann standen sie vor dem Pool der 42 Meter hohen Big Banana Falls. Einer der schönsten Einstiege die es gibt.
Dann folgten Katarakte im Bereich WW IV und erste gemütliche Canyons mit dem sogenannten Blinddrop, welcher aber rechts besichtigt werden kann und sieben Meter nach unten stürzt. Danach scheint der Fluss wie im nichts zu verschwinden. Nur eine Abrisskante gibt es zu sehen und die Worte "This is the flipslide, you will have to roll for shure" gibt es zu hören. Dann folgen fünf enge Rutschen und eine riesige Walze.
Weiter folgen die Silencio Falls, Meatlocker, Mega Rocker Meltdown, Exit drop und etliche andere im fünften Schwierigkeitsgrad. Es war eines der besten Gewässer, die man paddeln kann, erinnern sich die drei Österreicher.
Nach dem anstrengenden Tag sollte nun der San Pedro Fall bezwungen werden. Nach einem 15 Meter Flug bei zu wenig Wasser und ziemlich hartem Einschlag wurde es bei einer Befahrung belassen.
Dann stand Erholung auf dem Plan, denn ein weiterer Mexiko-Höhepunkt sollte folgen. Die 40 Kilometer lange Tatempa Strecke auf dem Bobos.
Antonio der Campleiter stellte sich als Chauffeur zur Verfügung und organisierte noch einen Faher, der das Team am Ausstieg wieder abholen sollte. Nach dem Einstieg an der Brücke gräbt sich der Bobos in eine tiefe Schlucht ein. Auf den ersten 16 Kilometern hält er einige Katarakte und Abfälle um WW IV bis V bereit. Nach einem fünf Meter Fall mit meltdown Garantie, wenn der Boof „versemmelt" wird, öffnet sich die Schlucht kurz und die restliche Strecke, kommen dann nur noch zwei bis drei IVer Stellen. Am Ausstieg sind wir alle glücklich über den schönen Fluss in einer wahnsinnig atemberaubenden Schlucht.
Das Video zur Geschichte: Einfach auf's große Bild klicken und - wie immer - startet der Video
Text: Robert Machacek
Fotos: Matthias Zeiner, Luki Strobl, Will Hartman, Todd Richey, Seth Ashworth, Robert Machacek
Mehr über den Mexiko-Tripp auf der Seite der vboyz.at
Allgemeine Reiseinformationen zu Mexiko
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