Tessin? Trocken... Piemont? Trocken... Korsika? Trocken... Gähnender Wassermangel in den meisten Alpenbächen. Der Wildwasser-Kajak-Trupp um Martin Kaltenbach hat die verschiedensten Pläne in hitzigen Diskussionen geschmiedet, so dass letztendlich ein mehr oder weniger genialer Plan dabei herauskam: Auf Gut Glück ins Piemont! Schau ma mal was geht... Es hat sie letztendlich in's Valle d' Aosta verschlagen.

„Wenn das Tal zum ersten mal eng wird und eine große Burg mitten im Tal steht, zweigt sich das Valle d'Champorcher weg vom Aostatal, dann seit ihr am Ayasse", so die Schweizer Wegbeschreibung. Raus aus dem Auto, hoch zum Bach, wo sich eine wahre Traumperle entpuppt.
Also: Boote auf die Schulter, hoch zum Steg, der durch die untere Klamm führt. An der unteren Brücke angekommen, mussten sie ihre Begeisterung durch laute Jubelschreie und Affenlaute heraus schreien. Drei saubere Kombinationen, die durch einen atemberaubenden Granit-Canyon zu Tale stürzen. „Lässig!" Ein ganzer Tag verbrachten sie an einem nur 500 Meter langem Flussabschnitt.
Nach kurzer Zeit war der Geheimtipp längst nicht mehr geheim, da sie ihre Freude darüber natürlich mit suchenden und verzweifelten Kajak-Kollegen teilten. So teilten sich die mittlerweile 15 Mann starke Truppe auf. Die sechs besten und stärksten Fahrer erkundeten den oberen Teil der Strecke.
Die Fahrt ins Ungewisse begann umgehend mit Slides, Stufen und Drops zwischen zwei und sieben Metern. Das Flussbett im oberen Teil ist zwar offener, jedoch fließt in dem Drop'n-Pool-Bach, auch weiter oben nahezu jede Stelle über feines Grundgestein. Nach einer knapp vierstündigen Befahrung des Oberen Ayasse ging es am Abend aber doch wieder auf die spektakulären Kombinationen im unteren Teil, um das Adrenalin noch weiter hoch zu treiben!
Danach ging's mit Endorphinen geladen zurück in's Camp, das sich direkt am Bach im Ort "Hône" hinter einem Kettenkarussell befand. Die Übernachtungsgebühr für das Camp betrug ein mal Karussell fahren = zwei Euro.
Mit der Gewissheit, dass es im Alpenraum auch sonst eher mau ist mit Wasser aussieht, verbrachten sie noch weitere vier Tage an diesem feuchten Traum.
Auf dem Rückweg holten sie sich nochmals die Bestätigung, dass im Tessin immer noch kein Wasser ist und genossen einen entspannten Ritt auf der unteren Verzasca.
Bericht: Martin Kaltenbach (Style2Force Kajaksport) & Martin Adlmaier
Photos: Ameli Lehner, Nils Dippon, Severin Häberling

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