Das war mehr als ein Kraftakt. Der Schweizer Corrado Filliponi hat es geschafft und nach 21 Jahren den bestehenden Rheinrekord um 13 Stunden verbessert.
kanukarte.de hat sich mit dem Extrempaddler, Fotojornalist und Buchautor nach seiner Rückkehr in die Schweiz unterhalten.
"Es war so als würde ich mit meinen Fingern in Dornenbüsche greifen". So beschreibt Corrado die Schmerzen, die sich während der 1761 km in der Zeit von 7 Tage, 10 Stunden und 16 Minuten entwickelten Kein Wunder, denn der 42jährige verbesserte den bisherigen Rekord um 13 Stunden und 15 Minuten und hat sogar die absolute Rekordzeit, die im Zweier aufgestellt wurde, um 15 Minuten verbessert.
Den Rhein besiegt: Corrado Filliponi am Ziel seiner erfolgreichen Rekordfahrt.
Dazu hat sich Corrado mächtig ins Zeug gelegt. "Ab Straßburg hab ich nur noch gepowert". Das heißt, um spätestens 4.45 Uhr ging's auf's Wasser und dann wurde bis nach 21 Uhr gepaddelt. 16 Stunden am Tag Vollgas.
Dass es so gut lief, dazu gehörte natürlich auch das nahezu perfekte Wetter und eine drei- bis fünfköpfige Crew, die Corrado per Fahrzeug begleitete, die das Nachtquartier vorbereitete, Essen kochte und auch sonst für alle Belange zur Stelle war.
Trotz aller Rekordpaddelns konnte der Schweizer auch die vielen Facetten des Rheins kennen lernen. Zunächst das Wildwasserstück vom Zusammenfluss des Vorder- und Hinterrheins bis zum Bodensee. Dann das Schwäbische Meer, "das ich so schnell nicht noch mal durchpflügen will - zwei mal in einem Jahr genügen", die Kraftwerkspassage bis Basel mit den zahlreichen Portagen inklusive dem Rheinfall in Schaffhausen und dann natürlich die Fließstrecke im Deutschen Abschnitt. Selbst die großen Industriegebiete am Rhein haben ihren Reiz. Denn eine Seite des Flusses ist immer grün.

Kurze Verschnaufpause am Rheinufer
Nach der Holländischen Grenze gab es das letzte Ausruhen nahe Tiel und dann stand die 115 km lange Schlussetappe bis zur Mündung in einem Zug auf dem Plan. "Dort bin ich auch gegen die Flut angepaddelt und erst die letzten 10 Kilometer mit der Ebbe ans Ziel gekommen.
Der Schiffsverkehr war eigentlich nur bei der Abzeigung in den Waal sehr heftig, erinnert sich Corrado. Viel schlimmer waren am Wochenende die Sportboot"fuzzi"fahrer. "Die breschen dir zwei Meter vor der Schnauze vorbei."
Bewährt hatte sich auch der Lettmann Magellan. "Das Seekajak bietet eine enorme Geschwindigkeit und hohe Kippstabilität, wenn du während der Fahrt auf dem Rhein mal eine kurze Pause zum Essen machst". Das genialste war aber eine kleine Thermomatte des Schweizer Herstellers Exped, "ohne der wäre ich nie durchgekommen, das habe ich mir in den Rücken gelegt und schont die untere Wirbelsäule und das Becken."
An's aufgeben hat der Schweizer während des Rekordversuchs nie gedacht. "Ich war erstens super motiviert und zweitens mental bestens drauf. Und das positive i-Tüpfelchen bildete der Vorsprung den ich nach zwei Tagen auf dem Rhein herausgearbeitet hatte."
Zu einer perfekten mentalen Vorbereitung würde Corrado jedenfalls jedem raten, der ähnliches vorhat. Das heißt, den Rhein zuvor erkunden, sich darauf einstellen, was kommt, stark bleiben, den inneren Schweinehund überwinden und paddeln, paddeln, paddeln und nochmals paddeln.

powern, powern, powern - das heißt: paddeln, paddeln, paddeln...
Während der 1161 Kilometer Vollgasfahrt auf dem Rhein, hat Corrado drei, vier Mal am Tag das völlig durchgeschwitzte Trikot gewechselt, täglich rund sechs Liter - davon drei Liter Isostar - getrunken und extrem viel gegessen. Abgenommen hat er während der Fahrt jedenfalls nicht.
Selbst hat sich Corrado nie ein spezielles Tagesziel gesetzt, sondern er hatte immer das Gefühl im Kopf, nicht mehr weit zu haben. Und dann war schon nach 7 Tage - 10 Stunden und 16 Minuten Hoek van Holland erreicht. Eine eher kühle und emotionslose Zieleinfahrt war es, erinnert sich Corrado. "Ich war glücklich, aber was wirklich in mir abging, konnte ich mit Gefühlen so direkt nach außen nicht ausdrücken".
Am meisten erinnert sich der neue Rheinrekordhalter an die vielen, vielen netten Begebenheiten während der Tour. Sei es seine Crew, seine Freundin die mit dabei war und die er täglich sehen konnte, oder die Besuche seiner Familie, die extra ihren Urlaub in Dänemark unterbrach, um Corrado in Köln zu treffen, oder die wildfremden Menschen, die ihm vom Ufer aus mit Hopp, Hopp, Hopp, anfeuerten, die sogar extra Transparente an Brücken anbrachten, die Ruderin die ihn mit kräftigen Schlägen mal begleitet und motiviert hatte oder die 30.000 Besucher der Seite www.rhein2010.ch die am live-Ticker seine Fahrt verfolgten und online mitfieberten. "Das alles war einfach rührend"
"Ob ich das nochmals machen möchte? Na dann den Rhein aufwärts paddeln..... Dann stopfe ich allen die Schnauze, die sagen, dass das nicht geht..... Jetzt mal ganz ohne Spaß. Wenn jemand den Rekord schlägt, dann eventuell ja, den Bodensee zu durchpflügen, ist aber echt heftig."

Am Hoek van Holland: Zuerst die Dusche dann der Sekt.
| < Zurück | Weiter > |
|---|

Es liegt noch genügend Wildwasser in Form von Schnee in den Alpen. Das verflüssigt sich jetzt nach und nach. Der Münchner Philipp Much hat die ersten Kubik davon schon mal...
| Sa Mai 26 Girovagando |
| So Mai 27 38. Vogalonga |
| So Mai 27 Girovagando |
| Mo Mai 28 Girovagando |

Der Umweltdachverband hat seine Liste mit allen Wasserkraftwerksplanungen der E-Wirtschaft in Österreich aktualisiert. Die google ...

Mit Unterstützung des Sächsischen Kanu-Verbandes und der Drachenjugend Sachsen, stellt der Deutsche Kanu-Verband Plug-Ins für Navi...

Florian Reithmeier, alias der Bushpaddler, paddelt am liebsten Wildwasser im offenen Kanadier in Südamerika. Von seinen Mexiko-Rei...

Zwei Interessante Fernsehbeiträge im Nord Deutschen Rundfunk: Seit Jahren beklagen Umweltschützer und Fischereiverbände, dass die ...

Der Ausbau der Wasserkraft erlebt in Österreich eine Renaissance. Was unter einem naturverträglichen Wasserkraftausbau zu verstehe...

Noch bis 8. Februar läuft der Internet-Bürgerdialog zur "Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie" des Bayerischen Umweltministe...

Für die Dreharbeiten über den Mega-Staudamm Belo Monte in Brasilien reiste das Drehteam tief in den Dschungel des Amazonas. Das Gr...

In Bayerm gibt es zahlreiche Flussalianzen, so für Naab, Regen und Donau, die Isar oder die Ilz. Nun wollen die Allianzen ihre Krä...

Kaum sind Lukas Strobl, Robert Machacek und Matthias Zeiner aus Mexiko zurück steht auch schon ihr Video zur Reise ins Paddler Sch...
Halten Sie sich mit "Neues auf kanukarte.de" auf dem Laufenden.

Dort, wo Normalpaddler umträgt, fängt für die anderen der Barrel Springs an. Die Stelle trägt den Beinamen "Oberer Tod". Todsicher...

Die Moldau heißt auf Tschechisch Vlatava und dieses Wort leitet sich wiederum aus dem Germanischen für wildes, reißendes Wasser ab...

Lukas Strobl, Robert Machacek und Matthias Zeiner haben das Wildwasser im Blut. Im Sommer bieten die Alpen genügend Auswahl für ih...

Regenfälle hatten die Lenne derart ansteigen lassen, dass die Kanustrecke in Hohenlimbuirg überspült wurde. Nun sind die Schäden s...

In Kooperation mit dem Kanu Club Dillingen lädt der Bayerische Kanu-Verband zum Wanderfahrtreffen 2012 an Donau, Iller, Wörnitz un...

Ein Mexikotrip bietet für Wildwasserfans, die die Vertikale lieben das höchste der Gefühle. Lukas Strobl, Robert Machacek und Matt...

Vorwärts immer, rückwärts nimmer, bei Poucher Boote am Muldestausee geht's voran. Auf der Boot in Düsseldorf zeigt die Firma zwei ...

Wer schafft die meisten Handrollen in einer Minute? Auch in diesem Jahr veranstaltet der Bayerische Kanu-Verband wieder einen Hand...

Paddeln in Sibirien hat etwas Besonderes. Es gibt dort wenig Straßen, Städte oder Dörfer. Dafür umso mehr Flüsse. So den Kitoy Flu...

Noch bis Ende Januar läuft der Fotowettbewerb des Ulmers Faltbootspezialisten Out-Trade. Dabei spielt es keine Rolle, wo das Bild ...

Detlev Heschel, der erste und bisher einzige Solo-Umrunder des Baikalsees bietet interessante Paddeltouren durch die Schwedischen ...

Während ihrer Mexiko-Reise lernten Lukas Strobl, Robert Machacek und Matthias Zeiner zwei Amerikaner kennen. Einer der beiden sitz...

Die Hochwassergefahr auf kleinen und mittlerren Flüssen in Deutschland wird in den nächsten Jahren nicht abnehmen, sondern eher no...

Bücher erhalten das Prädikat "lesenswert", Vorträge die Auszeichnung "sehenswert". Genau diese Lorbeeren erntet Dirk Rohrbach mit ...

Natürlich waren alle entsetzt über Detlev Henschels Vorhaben: "Du wirst niemals lebend zurückkommen", wurde ihm unterwegs gebetsmü...
| Sa Mai 26 Girovagando |
| So Mai 27 38. Vogalonga |
| So Mai 27 Girovagando |
| Mo Mai 28 Girovagando |