Verkehrsplaner der EU nennen es den „Paneuropäischen Transportkorridor 7", für Kanuten handelt es sich dabei um den längsten in Europa paddelbaren Strom: Die Donau. Doch weite Strecken der Donau sollen sterben, sollen ausgebaggert,
begradigt und eingedeicht werden. 1000 Kilometer sind in höchster Gefahr! Wie dramatisch die Lage um die Donau zu sein scheint, beschreibt der World Wide Fund For Nature (WWF) mit klaren Worten: Die Donau soll Wasser-Highway werden.
Karte der European Commission Transport zu den Donau-Ausbauplänen
Laut WWF-Referentin Dorothea August, wären demnach mehrere internationale Großschutzgebiete, deren weltweite Bedeutung gleichbedeutend mit dem Amazonasgebiet oder der Serengeti sei. Von den Planungen betroffen wären die Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen in Deutschland und große Abschnitte der Mittleren Donau in Ungarn, Kroatien und Serbien. Als „besonders gravierend“ stuft der WWF die geplanten Ausbauten an der Unteren Donau in Rumänien und Bulgarien ein. Hier sollen ganze Seitenarme abgetrennt, Uferbefestigungen geschaffen und das Flussbett durch Dämme und Schwellen verengt werden. Hinzu komme das regelmäßige Ausbaggern der Fahrrinne. Allein an der unteren Donau drohten bis zu 200 Inseln, die größte davon mit einer Fläche von 4000 Hektar, durch die Pläne der europäischen Union als Lebensraum zu verschwinden. „Der WWF befürchtet verheerende Folgen für die einmalige biologische Vielfalt der Region“, sagt Dorothea August.
Presseinfo des WWF zum Donau-Highway
Hier sind alle Donau-Ausbaupläne zusammengefasst

Foto: © Paul GLENDELL / WWF-Canon
Die Bürokraten der EU bezeichnen die natürliche Verengungen der Donau in ihrem Amtsdeutsch als Flaschenhälse. Solch ein Flaschenhals befindet sich auch zwischen Straubing und Vilshofen. Hier wollen die bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung bis zu drei Staudammprojekte einbetonieren und die sogenannte Mühlhamer Schleife mit einem Seitenkanal abtrennen. Die FDP spricht sich zwar gegen den Ausbau aus, ob das aber reine Lippenbekenntnisse sind, bleibt abzuwarten. Im kürzlich unterzeichneten Koalitionsvertrag wurde das Thema Donauausbau schlicht und einfach ignoriert. Jedenfalls wird zu diesem Abschnitt derzeit ein neues EU finanziertes und bis zu 30 Millionen teueres Gutachten erstellt. Es wird verfasst durch die Rhein-Main-Donau AG, eine 100prozentige Eon-Tochter.
Hintergründe zum Donauausbau der Jugendorganisation des Bund Naturschutz

Foto: © Anton VORAUER / WWF-Canon
Einer der die Donau aus der Paddlerperspektive bestes kennt, TID-Mitorganisator Max Scharnböck, hat seine eigenen Beobachtungen gemacht: Wir konnte uns bei der 54. TID 2009 selbst ein Bild davon machen. Wir haben in diesem Jahr in Bulgarien die Frachtschiffe gezählt, die uns tagsüber begegneten. Es waren zwei bis fünf. Nach Fertigstellung der EU-finanzieren Brücke in Vidin/Bulgarien wird dann noch mehr Verkehr auf die Straße verlagert, so Donau Max Scharnböck.
Donau-Demo: Termin steht schon fest
Auf jeden Fall sollen sich alle Kanuten schon einmal den Termin der nächsten Donau-Demo vormerken bzw. ins Fahrtenprogramm aufnehmen. Am Donnerstag, 13. Mai 2010 (Christi Himmelfahrt/Vatertag) organisiert Max Scharnböck wieder die Wanderfahrt zum Fest an der Donau von Maria Posching nach Niederalteich.
Referat zum Thema Donau: Fluss statt Kanal am So. 15. Nov. 2009 in Straubing

Foto: © Anton Vorauer / WWF
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